Reisebericht - Pyrenäen

D - Frankreich - Andorra - Spanien - Schweiz - D
30. April 2004 - 13. Mai 2004

Ulrike ( Tourguide und Tagebuchautorin )
     Wolfgang
         Christoph

 

 

An dieser Stelle, vielen Dank an Ulrike, die nicht nur diese Tour geplant, sondern uns auch sicher durch Regen, Schnee und Hagel geführt hat.

 

Freitag, 30.4.2004
 starten wir, Christoph, Wolfgang und Ulrike, nach einem gemütlichen Frühstück, gegen 10.00 Uhr in Esslingen. Ich durfte vorweg fahren, was in diesem Moment auch eine leichte Übung war. Trotz größter Nervosität fanden wir aus Esslingen raus, am Neckar entlang bis so nach einer Fahrstunde mir mitgeteilt wurde, dass ich kein Licht habe. Wie?? Kein Licht?? Hinten? Ja! Und vorne! Hmmm - und das ABS hatte auch Probleme. Also bei der nächsten Tankstelle rechts ran, Handbuch gezückt und die Sicherungen gesucht. Schnell gefunden - aber alles in Ordnung. Der Tipp eines Vorbeifahrenden - gleich kommt Heilbronn und da gibt es 2 BMW Häuser. Also, nichts wie hin. Das erste Haus hatte nur Autos, das zweite fanden wir dann auch am Ende der Stadtrundfahrt. Ich, nach Nachfrage in die Motorradwerkstatt und mein Problem geschildert. Der wirklich nette Mechaniker sah keinerlei Probleme, schob meine Maschine in die Werkstatt, schaltete die Zündung ein, betätigte danach den Lichtschalter und siehe da - es ward Licht. Asche über mein Haupt, in all der Aufregung hatte ich den Lichtschalter vergessen und es war mir klar, die nächsten 14 Tage wird mir das immer wieder aufs Brot geschmiert (und ihr glaubt es nicht - ich hatte Recht). Aber es hatte auch sein Gutes, mein ABS hatte wirklich einen Fehler und konnte schnell gerichtet werden. Danach ging die Fahrt weiter nach Frankfurt und wir kamen sicher und mit Licht dort an.

Am Terminal des Reisezuges befanden sich zu diesem Zeitpunkt schon 2 andere Moppeds und ein Auto. Dies sollte sich bis zur Abfahrt des Zuges noch gravierend ändern. Ca. 60 Moppeds und viele Autos. Spannend wurde es dann, als wir in die Waggons einfahren durften. Einzeln und nach der Reihe mit eingezogenem Kopf ging es in den Waggon, die Moppeds wurden gut gesichert, verzurrt und wir konnten beruhigt auf den Zug warten. Es ging dann sehr schnell und wir fuhren mit den „Nordlichtern in Richtung Narbonne.

 

Reisezug, noch ist das Bier nicht alle

Schnell die Kleider gewechselt und direkt ins Bistro. Dort standen feucht fröhlich viele Moppedfahrer aus dem Norden mit viel Bier und guter Laune. Dies hatte zur Folge, dass wir ab 22.00 Uhr kein Bier mehr an Bord hatten und plötzlich verstehen konnten, warum es in einem Abteil ein Fässchen Bier gab. Für das nächste mal haben wir gelernt und Wolfgang hat schon nachgemessen - Jawohl - das Faß passt hinten auf sein Mopped drauf.

Neben dem Transport von vielen Senioren die in ihre Sommerresidenz fuhren, gab es einige Kinder, Hunde und einen Graupapagei.

 

Samstag, 1. 5. 2004

Eine kurze, teils rucklige Nacht, die mit Spagatübungen von Christoph ihren Höhepunkt  erreichten (warum glaubt man einer Frau nicht, dass da eine Leiter sein muss und lieber in das oberste Bett mit ausgefallen Verrenkungen steigt?), wurden wir am Morgen mit einem Frühstück im Zug verwöhnt, mit frischen Baguettes die in Lyon an Bord kam.

Ein Bus brachte uns dann vom Zielbahnhof zum Verladebahnhof, wo wir nach einer kurzen Wartezeit zu unseren Moppeds durften. Dank Hilfe von allen Fahrern wurde das Entladen in einer Rekordzeit erledigt und wir fuhren ca. gegen 12.00 Uhr in Narbonne los.
 

Reisezug-2, Gang eingelegt ?

Perpignon - Argeles - Port Vendres - Figueres - Olot - Ripell - Coll de Coubet - Ribes de Freser

 

Stationen unseres ersten Tages. Nach einer herrlichen Fahrt am Mittelmeer entlang, ein Mittagessen am Meer, ging es in Landesinnere. Schönes, trockenes Wetter mit Sonne verwöhnte uns. In Ribes de Freser fanden wir unsere erste Unterkunft im Hotel Hostal Porta de Nuria. Wohl nicht direkt im Hotel, sondern in einem Appartement für drei Personen und einer Garage im Nachbarhaus. Ein freundlicher Spanier gab uns seine große Garage in der er sonst Feste mit seiner Familie feiert.

1. Halt, 29 Grad, die Frisur hält...

 

nur noch 15 Grad, die Frisur sitzt immer noch...

Ein Spaziergang durch den Ort, eine Bar mit gutem Brandy, 10 Jahre alter Torres, Tappas hausgemacht, danach ging es in unser Appartement.

 

Sonntag, 2.5.2004

Nach einer ruhigen Nacht am Morgen das erste Frühstück zu genießen. Es war ein Frühstück, das wir noch lange in Erinnerung haben sollten. Es gab Schinken und Käse, Baguette, Croissants, Butter und Marmelade. Saft und Kaffee haben auch nicht gefehlt. Das ganze hat dann € 90,- für uns Alle gekostet.

La Molina - Puigcerda - Bourg Madame F - Col de Puymorens - Andorra - La Seu - Andrall

 

Herrliche Landschaft, trocken wenn auch kühl kamen wir nach Andorra. Entsetzt über den Rummel haben wir schnell wieder unsere Moppeds zwischen die Beine genommen und haben unseren ersten großen Pass in Angriff genommen. Herrlich Kurven nach oben, alle Schranken waren offen und so waren wir dann doch überrascht, als wir auf hohe Schneemassen trafen. Der Skibetrieb war allerdings eingestellt, die Rastplätze noch schneebedeckt und so fuhren wir weiter ins Tal. Dort traf uns dann doch der Schlag. Jetzt erst landeten wir in der Stadt Andorra - schreckliche Menschenmassen - ähnlich wie am verkaufsoffenen Sonntag in Stuttgart. Schnell durchgefahren um dann in der Schlange beim Zoll recht lange im Schritttempo die Zeit zu vertreiben. Letztendlich fanden wir dann aber in der nächsten Stadt eine Parkbank auf der wir uns unser Vesper schmecken ließen.

 

kalt, es kann aber nicht mehr schlimmer kommen...

 

Eigentlich war es Zeit für ein Schläfchen aber wir fuhren weiter, denn die dunklen Wolken verhießen nichts gutes. So war es dann auch, es kam der erste große Regenguß. Im Vertrauen dass die Kleidung wasserdicht ist, wurden die Regenklamotten in den Satteltaschen gelassen.

Und wir wurden nass. Wolfgang hatte die eleganten Sommerschuhe an, die liefen voll bis zum Knöchel und meine Jacke sog an den Lederteilen so sehr das Wasser auf, dass sie mehrere Kilos schwerer wurde. Gegen 17.00 Uhr fanden wir dann das Hotel Victor in Andrall, wieder ein 3 Bett Zimmer für insgesamt € 115,- inkl. Frühstück und Halbpension und einer Garage die etwa 500 m vom Hotel weg war. Ein Gebläse für das Zimmer - um meine Jacke und die Socken und Stiefel von Wolfgang zu trocknen gab es auch noch und so fielen wir in einen verdienten Schlaf.

Wolfgang im Schnee, es kommt noch schlimmer...

 

Montag, 3.5.2004

Frühstück in der Bar mit Einheimischen. Die allerdings hatten ihr Sandwich mitgebracht und bestellten Rotwein und Cola. Wir bekamen Kaffee, Croissants und Marmelade. Und Christoph hatte eine trockene Stelle gesehen. Dies war, so stellte es sich dann heraus - die Bushaltestelle! Also Regenkleidung zur Abfahrt angezogen und los ging es.

Rialp - Vielha - Montanuy - Castejon de Sos - Seira - Campo - Coll de Foradada - Ainsa -Broto - Biescas

 

Ein Pass der sich über 2000m hochschraubte - herrliche Kurven aber immer mehr Schnee rechts und links der Straße. Je höher wir kamen desto mehr Nebel kam dazu und nach Überquerung des Passes hat sich der Graupel an unseren Windschutzschildern festgefroren so dass wir anhalten mussten um sie zu säubern. Am späten Nachmittag fanden wir dann das Hotel Ruba in Biescas.

Die Bar war sehr gemütlich und es gab tolle Tappas. Allerdings darf Wolfgang nie wieder Tappas bestellen - denn er bestellt immer für eine ganze Kompanie!! Gut gegessen gut getrunken - eine Stunde Schlaf und Wolfgang war nicht mehr wach zu bekommen. Er schlief am Tisch weiter, ließ das Essen stehen und ging direkt wieder ins Bett. - Also merken - Nie wieder Tappas

Scheiben vereist !

 

zur Abwechslung mal gutes Wetter

Zwei Zimmer mit Dusche/WC incl. Frühstück, HP und Garage im Getränkeraum für € 115,-Aber es war wohl das schlechteste Frühstück der Reise. Ein eingeschweißtes Croissant, haltbar bis Juli 2005, zwei eingeschweißte Zwieback und eingeschweißte Kekse, dazu ein Kaffee, wie er den Namen verdient hat verstehen wir bis heute nicht und ein Glas Orangensaft.

 

 

Dienstag, 4.5.2004

Larrs - Jaca - Borau - Hecho - Roncal - Burgui - Lumbier - Valle - Salazar - Escaroz - Navarra

Eine Traumstrecke, Täler, Felsschluchten, Kurven ohne Ende, leeres, fast ausgestorbenes Land, ein Stausee mit kristallklarem Wasser ohne jegliche Ortschaften. Lediglich zwei kleine Campingplätze, noch leer. Ein verfallener Ort auf einem Hügel, keine Menschenseele auf der Straße oder in den kleinen Dörfern. Ein paar Schafe oder Ziegen, mehr nicht.

 

... schöne Wege ( keine Strassen )

Es gab jede Menge Schlüsselblumen am Wegesrand. Sicherlich nichts besonderes um es zu erwähnen, aber Wolfgang pflückte sich ein Sträußchen und funktionierte seinen Getränkehalter am Lenker in eine Blumenvase um. Doch ein verkappter Gold Wing Fahrer?? Die Wolken die uns beleiteten haben dann am späten Abend den Regen abgelassen, aber zu diesem Zeitpunkt hatten wir dann schon unsere Unterkunft gefunden.

Casa Rural am Jakobsweg, zwei Zimmer mit HP und Frühstück für drei Personen

€ 90,-. Die Mopeds standen vor dem Haus, aber es bestand keinerlei Gefahr.

 

genau der richtige Platz zum Frühstücken

 

Im einzigsten Laden am Ort erstanden wir warme Socken für Wolfgang, Vesper für den nächsten Tag, eine Flasche Torres 10 Jahre alt, einen Cognacschwenker (wobei ich bis heute nicht weiß ob der überhaupt zum Verkauf stand), nur das große Porzellanpferd bekam Christoph nicht, aber es war schwer es ihm auszureden.

... wie ausgestorben ...

 

Mittwoch, 5.5.2004

Zubirir - Collado de Urkiaga - Aldudes - Banca - St Martin DArrossa - Espelette - Sare - St. Jean de Luz.

 

picture stop

Eigentlich hatten wir zwei mal den Grenzübertritt mit 4 Pässen geplant, aber nach dem ersten Pass haben wir abgekürzt. Denn der gab uns schwer zu schaffen. Je höher wir kamen, dabei waren wir nicht höher als 1400 m, umso kälter wurde es und tatsächlich, auf Passhöhe hat es geschneit. Wobei ich nicht mehr sagen kann was besser ist - Schnee oder Regen. Denn der Regen kam dann und hörte nicht mehr auf. Zum auftauen gab es einen Kaffee in einem kleinen Ort und den Entschluss direkt weiter an den Atlantik zu fahren. Hin und wieder hörte es dann auf mit den Wolkenbrüchen und als wir am Meer ankamen sahen wir sogar etwas Sonne. Fanden ein wunderschönes Hotel, ein schönes Zimmer zu dritt und das ganze kostete dann mit Garage und Frühstück € 128,-.

Bei einem Spaziergang durch St. Jean de Luz wurden wir mit Sonne verwöhnt, trafen ein paar Moppedfahrer aus dem Zug wieder und genossen am Abend ein wunderschönes Essen mit viel Fisch und Blick auf den tosenden Atlantik.

 

Bei einem Spaziergang durch St. Jean de Luz wurden wir mit Sonne verwöhnt, trafen ein paar Moppedfahrer aus dem Zug wieder und genossen am Abend ein wunderschönes Essen mit viel Fisch und Blick auf den tosenden Atlantik.

Ziel erreicht, auf zum Strand

 

Donnerstag, 6.5.2004

 St. Jean de Luz - Bayonne – Mont -. De – Marsan – St. Emilien.
 

auch auf dieser Strecke kam es noch schlimmer....

haben wir eigentlich schon gefrühstückt ?

Ein gutes Frühstück, aber der Himmel immer noch Regen verhangen. So trafen wir den Entschluss, weg vom Atlantik, Bundesstraße und direkt nach St. Emilien. Die Dune di Pilat und Bordeaux haben wir also ausgelassen, aber das wird bei der nächsten Reise nachgeholt.

Eine Fahrt im Regen, kalt und mit einem Hagelschauer versehen, dass wir 2 cm Hagel auf der Autobahn hatten. Nass wie begossene Pudel fuhren wir die nächste Bar an um einen Kaffee zu trinken und ca. 10 l Wasser auf dem Boden zu verteilen. Aber dann hat sich die Sonne doch noch erbarmt und uns auf einigen Metern begleitet.

Leider hat sich bei dieser Fahrt mein Kantenschutz am Windschild gelöst und da das mitten auf der Schnellstraße war, ich als Schwabe meinte ihn nicht verlieren zu dürfen, habe ich mit der linken Hand ihn vollends abgezogen und mir zum festhalten in den Mund gesteckt. Beim nächsten Halt fragten die Jungs erstaunt, wer mir eine Infusion gelegt hat.

Ich glaube es war heute, dass Wolfgang seine Blumen neu pflückte.

St. Emilien ist eine kleine, herrlich alte Stadt, aber sündhaft teuer. Nicht nur das Hotel Palais Cardinal, wo wir für ein DZ mit Frühstück und Garage € 126,- bezahlten, sondern auch die Essens- und Getränkepreise schlugen alle Rekorde. Ein Bier 0,4 l für € 6,- und ein Glas Wein 0,2 l € 5,- und das mitten in einem der größten Weinbaugebiete.

Aber sehenswert ist dieser Ort sicherlich, nur sollte man ihn besuchen und zum übernachten dann weiterfahren.

 

Freitag, 7.5.2004

St. Emilien - Bergerac - Sarlat - Figeac - Aurillac
 

Eine Fahrt mit viel Regen, entlang der Gargonge, vorbei an leeren, kleinen Dörfern, immer wieder Regen. Traumhafte Straßen mit vielen Kurven, Hügeln, Schlösser und Burgen. Allerdings erwischte uns ein fürchterlicher Regenguss direkt als wir Pause machen wollten. Wolfgang hielt es plötzlich für richtig, seinen Regenschutz anzuziehen. Das Ganzkörperkondom in rot. In beide Beine kam er rein - über den Bauch ging es auch noch, aber dann mussten Christoph und ich helfen, damit die Arme auch noch unter kamen. Genau so lustig war nachher auch das ausziehen und der Kommentar das Ding nie wieder zu benutzen.

hier sollte eigentlich das Bild von Wolfgang im Vollkörperkondom hin.

 

Dann kamen wir in Aurillac an und fanden das Grand Hotel Bordeaux. Ein 3-Bett Zimmer mit schönem Bad und separater Toilette, die von außen aussah als wäre es ein zweiter Schrank. € 165,- mit Garage und einem sehr guten Frühstück, man konnte sich seine Eier selber kochen und Christoph hat das wunderbar beherrscht. Sie waren genau so wie man sich ein weichgekochtes Ei vorstellt. (Also merken - Christoph ist der richtige Mann für die Eier)

Nach einem langen Fußmarsch fanden wir dann auch dort ein Lokal mit guter Küche. Zum Absacker ging es an die Bar ins Hotel. Der Barkeeper und Rezeptionist war sehr gesprächig und lustig und so wurde es sehr feucht fröhlich. Das gute Hoepfner Bier sorgte für gute Laune, denn Franzosen haben es schwer mit dem H und pf und so durften wir ein „Oefner trinken und die Aussprache üben. Trocken von außen, nass von innen und mit guter Laune ging es dann wieder mal zu dritt aufs Zimmer. Nach dem täglichen Torres aus dem Cognacschwenker für die Herren, lagen wir dann endlich im Bett und ich wollte das Licht ausmachen. Da stach Christoph wie von der Tarantel gestochen aus dem Bett, rief: Halt ich muss Euch unbedingt was zeigen und zerrte seine Reiserolle zu sich. Hemd - Hose - Badelatschen - Wäschebeutel - Socken - Hose - Hemd alles wurde ausgepackt und immer wieder gemurmelt ja wo ist es denn?? Wo ist es denn? Wo hab ich es denn hingepackt?: Ein Jubelschrei, dann Moment es geht gleich los und schwupp drehte er sich um und hatte eine kleine Taschenlampe an sein Ohr gebastelt und leuchtete uns damit an. Ist das nicht toll?? Ha - das musste ich Euch jetzt unbedingt zeigen.

Danach fielen wir dann in einen wohlverdienten Schlaf. Schade nur, dass wir die Taschenlampe nicht benötigten.

 

Samstag, 8.5.2004

Aurillac – Puy Mari Pass mit Schnee und Regen – Brioude – Ambert – St. Etienne – Vienne
 

na Ulrike, wo gehts lang ?

 

Es ging trocken weiter. Wohl nicht lange, aber der Anfang war wenigstens trocken. Wobei der Tag sich besserte und wir nach einer sehr langen Fahrt endlich in der Partnerstadt von Esslingen in Vienne ankamen.

Allerdings hatten wir ein sonderbares Erlebnis. Seitdem sagen wir nicht mehr, es kann nicht schlimmer kommen, denn es kam schlimmer. In einem wunderschönen Tal haben wir an einer Bar eine Pause eingelegt. Wir traten ein und befanden uns mitten in den 50er Jahren. Die Einrichtung, die Blumen, die Dekoration - Original 50er Jahre. Und die Wirtin auch. Singend schwebte sie durch die Bar, bediente uns leicht geistesabwesend, verschwand wieder singend in ihrer Küche und wir hörten sie weiter trällern. Als sie wieder einmal auftauchte, an uns vorbei irrte, mit Salat wieder auftauchte - bitte alles singend - habe ich sie angesprochen um zu bezahlen. Keine Reaktion - nochmals - wieder nichts - ein drittes mal und sie war in der Küche ohne jegliche Reaktion verschwunden. Einige Zeit kam sie wieder und diesmal hatten wir dann Glück. Irgendwann verlor dann auch Christoph seinen Kantenschutz am vorderen Schutzblech, es war schon ein erlebnisreicher Urlaub und er war noch nicht vorbei. Der nächste Pass mit Schnee und Regen stand uns bevor. Doch zum Abend wurde das Wetter besser und wir kamen trocken in Vienne an.

Das Ibis Hotel verlangte für das Zimmer € 75,- mit Frühstück, war sauber, mit Dusche und WC. Das Frühstück sehr französisch aber zufriedenstellend.

Leider hatte Wolfgang etwas Pech und demolierte seine Brille. Ab sofort musste er essen was wir im vorlasen, er war ja blind wie ein Huhn und musste uns glauben. Aber wir haben es nicht schamlos ausgenutzt.

 

Sonntag, 9.5.2004 ( sowie Montag )

Wir wollten einen Tag Ruhe und hatten beschlossen diesen in Genf zu gestalten. Eine große Stadt, mit vielen Sehenswürdigkeiten die man  auch bei Regen besichtigen könnte. Also los, über Belley - nach Genf nur 200 km an diesem Tag.

Wolfgangs Verwandte besorgten uns ein schönes Hotel in der Stadtmitte und so konnten wir zu Fuß an beiden Tagen die Stadt besichtigen. Wolfgang bekam eine neue Brille - wenigstens zum lesen, somit konnte er wieder selber bestimmen was er essen wollte.

eine Zugfahrt die ist lustig, ....

Eine kleine Bahnfahrt am Genfer See, Kaffee und Eis, Einkaufsbummel ohne einzukaufen und das alles bei strahlendem Sonnenschein. Wie sagte Christoph: Im Logbuch steht, der erste Tag nur mit Sonne, ohne jeglichen Regen und gefahrene Kilometer - 0 -
Den Preis des Zimmers verschweigen wir lieber, er bringt auch die ganze Kalkulation durcheinander, aber nach so viel Schnee, Regen und Hagel war es uns das wert.

 

Dienstag, 11.5.2004

Genf - Lausanne - Yverdone Lac Neuchatel Ste. Croix - Neuchatel - Bieler See - Tevannes - Bassecourt - Delemont - Ferrette - Altkirch - Mulhouse

 

kaum zu glauben, trotz Sauwetter, macht diese Strecke richtig Spaß

 

Nach telefonischer Rücksprache mit dem ADAC mussten wir diese Route wählen, da die gesamten Pässe in der Schweiz wegen Neuschnee gesperrt waren oder nur mit Winterausrüstung zu befahren waren.

Eine herrliche Fahrt, an Seen entlang, Hügel und Berge mit schneeweißen Gipfeln, ein kleiner Pass auf dem es am Gipfel einen Regenguss auf feinster Art gab, ein Mittagvesper am Bieler See, ein Schläfchen von Wolfgang mitten auf der Wiese und ein schreckliches Ende am Tage.

Nothalt, Blumen verwelkt !

 

habe gehört, hier soll ein Unhold sein Wesen treiben

Formule 1 - das Billig-Hotel der Accor Gruppe. OK € 35,- Euro für drei  Personen mit Frühstück - aber so stelle ich mir Gefängniszellen vor. Schwamm drüber - wir wollten essen gehen. Ca 5 km Fußmarsch - ein Teil führte uns durch Klein-Istanbul, Christoph bat uns nachzusehen, ob er schon ein Messer im Rücken hat - erst dann fanden wir ein Lokal. Und das war dann wirklich was Feines. Tolle Küche, guter Wein und die Heimfahrt machte dann der Taxifahrer. Apropos Wein - Christoph ist der Meinung Frauen die Weizen trinken sind unweiblich - nur Pils dürfen sie trinken - Verstehe einer die Männer!!

Unser Zimmercode 63 61 48

 

Mittwoch, 12.5.2004

Nebel - Nebel nichts als Nebel bei der Abfahrt. Wir beschlossen direkt in den Schwarzwald zu fahren und dort noch eine Runde je nach Wetter zu drehen.

Doch sollte man zuerst aus Mulhouse wieder rausfinden. Eine Irrfahrt, aber letztendlich kamen wir dann doch noch nach Deutschland zurück. Allerdings mussten wir kurzfristig noch eine Zwangspause einlegen. Christoph schraubte seine Zusatzscheinwerfer ab und montierte sie nach hinten auf das Gepäck unter das Spannnetz. Sah richtig interessant aus.

Aber dann - der Nebel lichtete sich und wir fuhren herrliche Pässe rauf und runter, hin und her - es wollte gar nicht mehr aufhören. Die obligatorische Pause auf einem Parkplatz und dann ging es weiter. Genau weiter und dachten wir haben schon alles erlebt. Aber das Gewitter mit Regenguss und Hagel stellte vieles in den Schatten was wir seitdem erlebt hatten. Es zwang uns zu einer Pause. Danach fuhren wir weiter und im nächsten Tal war Sonne und die Straße trocken und in der Ferne grollte noch der Donner. Es ging dann über den Feldberg auf dem noch jede Menge Schnee lag - nach Neustadt, entlang der Deutschen Uhrenstraße über Villingen-Schwenningen nach Donaueschingen.

Rückfahrscheinwerfer

Dort fanden wir das Hotel Ochsen, bekamen ein großzügiges Appartement für uns Drei, inkl. Frühstück für € 90,-. Benutzung von Sauna und Whirlpool inklusive.

 

Donnerstag, 13.5.2004

Die Rundreise stand vor ihrem Ende. Es ging dann durch das Donautal über das Lautertal mit Forelle essen an der Wimsener Höhle, über Upflamör, (das letzte mal herrliche Schlüsselblumen für Wolfgang) Westerheim, Wiesensteig, Kuchen, Eislingen letztendlich nach Esslingen. Ca gegen 19.30 Uhr kamen Wolfgang und ich hier an. Christoph hatte sich in Eislingen bei Kaffee und Kuchen verabschiedet und fuhr seine letzten km alleine.

KM Stand 15396 - also 3416 km gefahren, nass geworden, gefroren wie junge Hunde, der Hagel hat uns erwischt, aber

- Es war eine wunderschöne Reise, voller Harmonie, Spaß und Gelächter.
- Der Torres ist leer getrunken
- Die Karten zerzaust durch Regen und Wind
- Wir sind alle gesund und heil wieder angekommen

Und wir werden Wiederholungstäter