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Reisebericht - Pyrenäen
D - Frankreich - Andorra - Spanien - Schweiz - D 30. April 2004 - 13. Mai 2004
Ulrike ( Tourguide und Tagebuchautorin ) Wolfgang
Christoph
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An dieser Stelle, vielen Dank an Ulrike, die nicht nur diese Tour geplant, sondern uns auch sicher durch Regen, Schnee und Hagel geführt hat.
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Freitag, 30.4.2004 starten wir, Christoph, Wolfgang und Ulrike,
nach einem gemütlichen Frühstück, gegen 10.00 Uhr in Esslingen. Ich durfte vorweg fahren, was in diesem Moment auch eine leichte Übung war. Trotz größter Nervosität fanden wir aus Esslingen raus, am Neckar entlang
bis so nach einer Fahrstunde mir mitgeteilt wurde, dass ich kein Licht habe. Wie?? Kein Licht?? Hinten? Ja! Und vorne! Hmmm - und das ABS hatte auch Probleme. Also bei der nächsten Tankstelle rechts ran, Handbuch
gezückt und die Sicherungen gesucht. Schnell gefunden - aber alles in Ordnung. Der Tipp eines Vorbeifahrenden - gleich kommt Heilbronn und da gibt es 2 BMW Häuser. Also, nichts wie hin. Das erste Haus hatte nur
Autos, das zweite fanden wir dann auch am Ende der Stadtrundfahrt. Ich, nach Nachfrage in die Motorradwerkstatt und mein Problem geschildert. Der wirklich nette Mechaniker sah keinerlei Probleme, schob meine
Maschine in die Werkstatt, schaltete die Zündung ein, betätigte danach den Lichtschalter und siehe da - es ward Licht. Asche über mein Haupt, in all der Aufregung hatte ich den Lichtschalter vergessen und es war mir
klar, die nächsten 14 Tage wird mir das immer wieder aufs Brot geschmiert (und ihr glaubt es nicht - ich hatte Recht). Aber es hatte auch sein Gutes, mein ABS hatte wirklich einen Fehler und konnte schnell gerichtet
werden. Danach ging die Fahrt weiter nach Frankfurt und wir kamen sicher und mit Licht dort an.
Am Terminal des Reisezuges befanden sich zu diesem Zeitpunkt schon 2 andere Moppeds und ein Auto. Dies sollte sich bis zur
Abfahrt des Zuges noch gravierend ändern. Ca. 60 Moppeds und viele Autos. Spannend wurde es dann, als wir in die Waggons einfahren durften. Einzeln und nach der Reihe mit eingezogenem Kopf ging es in den Waggon, die
Moppeds wurden gut gesichert, verzurrt und wir konnten beruhigt auf den Zug warten. Es ging dann sehr schnell und wir fuhren mit den „Nordlichtern in Richtung Narbonne.
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Schnell die Kleider gewechselt und direkt ins Bistro. Dort standen feucht fröhlich viele
Moppedfahrer aus dem Norden mit viel Bier und guter Laune. Dies hatte zur Folge, dass wir ab 22.00 Uhr kein Bier mehr an Bord hatten und plötzlich verstehen konnten, warum es in einem
Abteil ein Fässchen Bier gab. Für das nächste mal haben wir gelernt und Wolfgang hat schon nachgemessen - Jawohl - das Faß passt hinten auf sein Mopped drauf.
Neben dem Transport von vielen Senioren die in ihre Sommerresidenz fuhren, gab es einige
Kinder, Hunde und einen Graupapagei.
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Samstag, 1. 5. 2004
Eine kurze, teils rucklige Nacht, die mit Spagatübungen von
Christoph ihren Höhepunkt erreichten (warum glaubt man einer Frau nicht, dass da eine Leiter sein muss und lieber in das oberste Bett mit ausgefallen Verrenkungen steigt?), wurden
wir am Morgen mit einem Frühstück im Zug verwöhnt, mit frischen Baguettes die in Lyon an Bord kam.
Ein Bus brachte uns dann vom Zielbahnhof zum Verladebahnhof, wo wir nach einer kurzen Wartezeit
zu unseren Moppeds durften. Dank Hilfe von allen Fahrern wurde das Entladen in einer Rekordzeit erledigt und wir fuhren ca. gegen 12.00 Uhr in Narbonne los.
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Perpignon - Argeles - Port Vendres - Figueres - Olot - Ripell - Coll de Coubet - Ribes de Freser
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Stationen unseres ersten Tages. Nach einer herrlichen Fahrt am Mittelmeer entlang, ein
Mittagessen am Meer, ging es in Landesinnere. Schönes, trockenes Wetter mit Sonne verwöhnte uns. In Ribes de Freser fanden wir unsere erste Unterkunft im Hotel Hostal Porta de Nuria. Wohl
nicht direkt im Hotel, sondern in einem Appartement für drei Personen und einer Garage im Nachbarhaus. Ein freundlicher Spanier gab uns seine große Garage in der er sonst Feste mit seiner
Familie feiert.
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Ein Spaziergang durch den Ort, eine Bar mit gutem Brandy, 10 Jahre alter Torres, Tappas
hausgemacht, danach ging es in unser Appartement.
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Sonntag, 2.5.2004
Nach einer ruhigen Nacht am Morgen das erste Frühstück zu genießen. Es war ein Frühstück, das wir noch lange in Erinnerung
haben sollten. Es gab Schinken und Käse, Baguette, Croissants, Butter und Marmelade. Saft und Kaffee haben auch nicht gefehlt. Das ganze hat dann € 90,- für uns Alle gekostet.
La Molina - Puigcerda - Bourg Madame F - Col de Puymorens - Andorra - La Seu - Andrall
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Herrliche Landschaft, trocken wenn auch kühl kamen wir nach Andorra. Entsetzt über den Rummel
haben wir schnell wieder unsere Moppeds zwischen die Beine genommen und haben unseren ersten großen Pass in Angriff genommen. Herrlich Kurven nach oben, alle Schranken waren offen und so waren wir dann doch
überrascht, als wir auf hohe Schneemassen trafen. Der Skibetrieb war allerdings eingestellt, die Rastplätze noch schneebedeckt und so fuhren wir weiter ins Tal. Dort traf uns dann doch der Schlag. Jetzt erst
landeten wir in der Stadt Andorra - schreckliche Menschenmassen - ähnlich wie am verkaufsoffenen Sonntag in Stuttgart. Schnell durchgefahren um dann in der Schlange beim Zoll recht lange im Schritttempo die Zeit zu
vertreiben. Letztendlich fanden wir dann aber in der nächsten Stadt eine Parkbank auf der wir uns unser Vesper schmecken ließen.
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Eigentlich war es Zeit für ein Schläfchen aber wir fuhren weiter, denn die dunklen Wolken
verhießen nichts gutes. So war es dann auch, es kam der erste große Regenguß. Im Vertrauen dass die Kleidung wasserdicht ist, wurden die Regenklamotten in den Satteltaschen gelassen.
Und wir wurden nass. Wolfgang hatte die eleganten Sommerschuhe an, die liefen voll bis zum
Knöchel und meine Jacke sog an den Lederteilen so sehr das Wasser auf, dass sie mehrere Kilos schwerer wurde. Gegen 17.00 Uhr fanden wir dann das Hotel Victor in Andrall, wieder ein 3
Bett Zimmer für insgesamt € 115,- inkl. Frühstück und Halbpension und einer Garage die etwa 500 m vom Hotel weg war. Ein Gebläse für das Zimmer - um meine Jacke und die Socken und
Stiefel von Wolfgang zu trocknen gab es auch noch und so fielen wir in einen verdienten Schlaf.
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Montag, 3.5.2004
Frühstück in der Bar mit Einheimischen. Die allerdings hatten ihr Sandwich mitgebracht und bestellten Rotwein und Cola. Wir
bekamen Kaffee, Croissants und Marmelade. Und Christoph hatte eine trockene Stelle gesehen. Dies war, so stellte es sich dann heraus - die Bushaltestelle! Also Regenkleidung zur Abfahrt angezogen und los ging es.
Rialp - Vielha - Montanuy - Castejon de Sos - Seira - Campo - Coll de Foradada - Ainsa -Broto - Biescas
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Ein Pass der sich über 2000m hochschraubte - herrliche Kurven aber immer mehr
Schnee rechts und links der Straße. Je höher wir kamen desto mehr Nebel kam dazu und nach Überquerung des Passes hat sich der Graupel an unseren Windschutzschildern festgefroren so dass
wir anhalten mussten um sie zu säubern. Am späten Nachmittag fanden wir dann das Hotel Ruba in Biescas.
Die Bar war sehr gemütlich und es gab tolle Tappas. Allerdings darf Wolfgang nie wieder Tappas
bestellen - denn er bestellt immer für eine ganze Kompanie!! Gut gegessen gut getrunken - eine Stunde Schlaf und Wolfgang war nicht mehr wach zu bekommen. Er schlief am Tisch weiter, ließ
das Essen stehen und ging direkt wieder ins Bett. - Also merken - Nie wieder Tappas
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Zwei Zimmer mit Dusche/WC incl. Frühstück, HP und Garage im Getränkeraum für € 115,-Aber
es war wohl das schlechteste Frühstück der Reise. Ein eingeschweißtes Croissant, haltbar bis Juli 2005, zwei eingeschweißte Zwieback und eingeschweißte Kekse, dazu ein Kaffee, wie er den
Namen verdient hat verstehen wir bis heute nicht und ein Glas Orangensaft.
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Dienstag, 4.5.2004
Larrs - Jaca - Borau - Hecho - Roncal - Burgui - Lumbier - Valle - Salazar - Escaroz - Navarra
Eine Traumstrecke, Täler, Felsschluchten, Kurven ohne Ende, leeres, fast ausgestorbenes Land, ein Stausee mit
kristallklarem Wasser ohne jegliche Ortschaften. Lediglich zwei kleine Campingplätze, noch leer. Ein verfallener Ort auf einem Hügel, keine Menschenseele auf der Straße oder in den kleinen Dörfern. Ein paar Schafe
oder Ziegen, mehr nicht.
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Es gab jede Menge Schlüsselblumen am Wegesrand. Sicherlich nichts besonderes um es zu erwähnen,
aber Wolfgang pflückte sich ein Sträußchen und funktionierte seinen Getränkehalter am Lenker in eine Blumenvase um. Doch ein verkappter Gold Wing Fahrer?? Die Wolken die uns beleiteten
haben dann am späten Abend den Regen abgelassen, aber zu diesem Zeitpunkt hatten wir dann schon unsere Unterkunft gefunden.
Casa Rural am Jakobsweg, zwei Zimmer mit HP und Frühstück für drei Personen
€ 90,-. Die Mopeds standen vor dem Haus, aber es bestand keinerlei Gefahr.
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Im einzigsten Laden am Ort erstanden wir warme Socken für Wolfgang, Vesper für den nächsten
Tag, eine Flasche Torres 10 Jahre alt, einen Cognacschwenker (wobei ich bis heute nicht weiß ob der überhaupt zum Verkauf stand), nur das große Porzellanpferd bekam Christoph nicht, aber
es war schwer es ihm auszureden.
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Mittwoch, 5.5.2004
Zubirir - Collado de Urkiaga - Aldudes - Banca - St Martin DArrossa - Espelette - Sare - St. Jean de Luz.
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Eigentlich hatten wir zwei mal den Grenzübertritt mit 4 Pässen geplant, aber nach dem ersten
Pass haben wir abgekürzt. Denn der gab uns schwer zu schaffen. Je höher wir kamen, dabei waren wir nicht höher als 1400 m, umso kälter wurde es und tatsächlich, auf Passhöhe hat es
geschneit. Wobei ich nicht mehr sagen kann was besser ist - Schnee oder Regen. Denn der Regen kam dann und hörte nicht mehr auf. Zum auftauen gab es einen Kaffee in einem kleinen Ort und
den Entschluss direkt weiter an den Atlantik zu fahren. Hin und wieder hörte es dann auf mit den Wolkenbrüchen und als wir am Meer ankamen sahen wir sogar etwas Sonne. Fanden ein
wunderschönes Hotel, ein schönes Zimmer zu dritt und das ganze kostete dann mit Garage und Frühstück € 128,-.
Bei einem Spaziergang durch St. Jean de Luz wurden wir mit Sonne verwöhnt, trafen ein paar
Moppedfahrer aus dem Zug wieder und genossen am Abend ein wunderschönes Essen mit viel Fisch und Blick auf den tosenden Atlantik.
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Bei einem Spaziergang durch St. Jean de Luz wurden wir mit Sonne verwöhnt, trafen ein paar
Moppedfahrer aus dem Zug wieder und genossen am Abend ein wunderschönes Essen mit viel Fisch und Blick auf den tosenden Atlantik.
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Donnerstag, 6.5.2004
St. Jean de Luz - Bayonne – Mont -. De – Marsan – St. Emilien.
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Ein gutes Frühstück, aber der Himmel immer noch Regen verhangen. So trafen wir den Entschluss, weg vom Atlantik,
Bundesstraße und direkt nach St. Emilien. Die Dune di Pilat und Bordeaux haben wir also ausgelassen, aber das wird bei der nächsten Reise nachgeholt.
Eine Fahrt im Regen, kalt und mit einem Hagelschauer versehen, dass wir 2 cm Hagel auf der Autobahn hatten. Nass wie
begossene Pudel fuhren wir die nächste Bar an um einen Kaffee zu trinken und ca. 10 l Wasser auf dem Boden zu verteilen. Aber dann hat sich die Sonne doch noch erbarmt und uns auf einigen Metern begleitet.
Leider hat sich bei dieser Fahrt mein Kantenschutz am Windschild gelöst und da das mitten auf der Schnellstraße war, ich
als Schwabe meinte ihn nicht verlieren zu dürfen, habe ich mit der linken Hand ihn vollends abgezogen und mir zum festhalten in den Mund gesteckt. Beim nächsten Halt fragten die Jungs erstaunt, wer mir eine Infusion
gelegt hat.
Ich glaube es war heute, dass Wolfgang seine Blumen neu pflückte.
St. Emilien ist eine kleine, herrlich alte Stadt, aber sündhaft teuer. Nicht nur das Hotel
Palais Cardinal, wo wir für ein DZ mit Frühstück und Garage € 126,- bezahlten, sondern auch die Essens- und Getränkepreise schlugen alle Rekorde. Ein Bier 0,4 l für € 6,- und ein Glas Wein 0,2 l € 5,- und das mitten in einem der größten Weinbaugebiete.
Aber sehenswert ist dieser Ort sicherlich, nur sollte man ihn besuchen und zum übernachten dann weiterfahren.
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Freitag, 7.5.2004
St. Emilien - Bergerac - Sarlat - Figeac - Aurillac
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Eine Fahrt mit viel Regen, entlang der Gargonge, vorbei an leeren, kleinen Dörfern, immer
wieder Regen. Traumhafte Straßen mit vielen Kurven, Hügeln, Schlösser und Burgen. Allerdings erwischte uns ein fürchterlicher Regenguss direkt als wir Pause machen wollten. Wolfgang hielt
es plötzlich für richtig, seinen Regenschutz anzuziehen. Das Ganzkörperkondom in rot. In beide Beine kam er rein - über den Bauch ging es auch noch, aber dann mussten Christoph und ich
helfen, damit die Arme auch noch unter kamen. Genau so lustig war nachher auch das ausziehen und der Kommentar das Ding nie wieder zu benutzen.
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Dann kamen wir in Aurillac an und fanden das Grand Hotel Bordeaux. Ein 3-Bett Zimmer mit schönem Bad und separater
Toilette, die von außen aussah als wäre es ein zweiter Schrank. € 165,- mit Garage und einem sehr guten Frühstück, man konnte sich seine Eier selber kochen und Christoph hat das wunderbar beherrscht. Sie waren
genau so wie man sich ein weichgekochtes Ei vorstellt. (Also merken - Christoph ist der richtige Mann für die Eier)
Nach einem langen Fußmarsch fanden wir dann auch dort ein Lokal mit guter Küche. Zum Absacker
ging es an die Bar ins Hotel. Der Barkeeper und Rezeptionist war sehr gesprächig und lustig und so wurde es sehr feucht fröhlich. Das gute Hoepfner Bier sorgte für gute Laune, denn Franzosen haben es schwer mit dem
H und pf und so durften wir ein „Oefner trinken und die Aussprache üben. Trocken von außen, nass von innen und mit guter Laune ging es dann wieder mal zu dritt aufs Zimmer. Nach dem täglichen Torres aus dem
Cognacschwenker für die Herren, lagen wir dann endlich im Bett und ich wollte das Licht ausmachen. Da stach Christoph wie von der Tarantel gestochen aus dem Bett, rief: Halt ich muss Euch unbedingt was zeigen und
zerrte seine Reiserolle zu sich. Hemd - Hose - Badelatschen - Wäschebeutel - Socken - Hose - Hemd alles wurde ausgepackt und immer wieder gemurmelt ja wo ist es denn?? Wo ist es denn? Wo hab ich es denn hingepackt?:
Ein Jubelschrei, dann Moment es geht gleich los und schwupp drehte er sich um und hatte eine kleine Taschenlampe an sein Ohr gebastelt und leuchtete uns damit an. Ist das nicht toll?? Ha - das musste ich Euch jetzt
unbedingt zeigen.
Danach fielen wir dann in einen wohlverdienten Schlaf. Schade nur, dass wir die Taschenlampe nicht benötigten.
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Samstag, 8.5.2004
Aurillac – Puy Mari Pass mit Schnee und Regen – Brioude – Ambert – St. Etienne – Vienne
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Es ging trocken weiter. Wohl nicht lange, aber der Anfang war wenigstens trocken. Wobei der Tag sich besserte und wir nach
einer sehr langen Fahrt endlich in der Partnerstadt von Esslingen in Vienne ankamen.
Allerdings hatten wir ein sonderbares Erlebnis. Seitdem sagen wir nicht mehr, es kann nicht
schlimmer kommen, denn es kam schlimmer. In einem wunderschönen Tal haben wir an einer Bar eine Pause eingelegt. Wir traten ein und befanden uns mitten in den 50er Jahren. Die Einrichtung, die Blumen, die Dekoration
- Original 50er Jahre. Und die Wirtin auch. Singend schwebte sie durch die Bar, bediente uns leicht geistesabwesend, verschwand wieder singend in ihrer Küche und wir hörten sie weiter trällern. Als sie wieder einmal
auftauchte, an uns vorbei irrte, mit Salat wieder auftauchte - bitte alles singend - habe ich sie angesprochen um zu bezahlen. Keine Reaktion - nochmals - wieder nichts - ein drittes mal und sie war in der Küche
ohne jegliche Reaktion verschwunden. Einige Zeit kam sie wieder und diesmal hatten wir dann Glück. Irgendwann verlor dann auch Christoph seinen Kantenschutz am vorderen Schutzblech, es war schon ein erlebnisreicher
Urlaub und er war noch nicht vorbei. Der nächste Pass mit Schnee und Regen stand uns bevor. Doch zum Abend wurde das Wetter besser und wir kamen trocken in Vienne an.
Das Ibis Hotel
verlangte für das Zimmer € 75,- mit Frühstück, war sauber, mit Dusche und WC. Das Frühstück sehr französisch aber zufriedenstellend.
Leider hatte Wolfgang etwas Pech und demolierte seine Brille. Ab sofort musste er essen was wir
im vorlasen, er war ja blind wie ein Huhn und musste uns glauben. Aber wir haben es nicht schamlos ausgenutzt.
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Sonntag, 9.5.2004 ( sowie Montag )
Wir wollten einen Tag Ruhe und hatten beschlossen diesen in Genf zu
gestalten. Eine große Stadt, mit vielen Sehenswürdigkeiten die man auch bei Regen besichtigen könnte. Also los, über Belley - nach Genf nur 200 km an diesem Tag.
Wolfgangs Verwandte besorgten uns ein schönes Hotel in der Stadtmitte
und so konnten wir zu Fuß an beiden Tagen die Stadt besichtigen. Wolfgang bekam eine neue Brille - wenigstens zum lesen, somit konnte er wieder selber bestimmen was er essen wollte.
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Eine kleine Bahnfahrt am Genfer See, Kaffee und Eis, Einkaufsbummel ohne einzukaufen und das
alles bei strahlendem Sonnenschein. Wie sagte Christoph: Im Logbuch steht, der erste Tag nur mit Sonne, ohne jeglichen Regen und gefahrene Kilometer - 0 -
Den Preis des Zimmers verschweigen wir lieber, er bringt auch die ganze Kalkulation durcheinander, aber nach so viel Schnee, Regen und Hagel war es uns das wert.
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Dienstag, 11.5.2004
Genf - Lausanne - Yverdone Lac Neuchatel Ste. Croix - Neuchatel - Bieler See - Tevannes -
Bassecourt - Delemont - Ferrette - Altkirch - Mulhouse
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Nach telefonischer Rücksprache mit dem ADAC mussten wir diese Route
wählen, da die gesamten Pässe in der Schweiz wegen Neuschnee gesperrt waren oder nur mit Winterausrüstung zu befahren waren.
Eine herrliche Fahrt, an Seen entlang, Hügel und Berge mit
schneeweißen Gipfeln, ein kleiner Pass auf dem es am Gipfel einen Regenguss auf feinster Art gab, ein Mittagvesper am Bieler See, ein Schläfchen von Wolfgang mitten auf der Wiese und ein
schreckliches Ende am Tage.
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Formule 1 - das Billig-Hotel der Accor Gruppe. OK € 35,- Euro
für drei Personen mit Frühstück - aber so stelle ich mir Gefängniszellen vor. Schwamm drüber - wir wollten essen gehen. Ca 5 km Fußmarsch - ein Teil führte uns durch Klein-Istanbul,
Christoph bat uns nachzusehen, ob er schon ein Messer im Rücken hat - erst dann fanden wir ein Lokal. Und das war dann wirklich was Feines. Tolle Küche, guter Wein und die Heimfahrt
machte dann der Taxifahrer. Apropos Wein - Christoph ist der Meinung Frauen die Weizen trinken sind unweiblich - nur Pils dürfen sie trinken - Verstehe einer die Männer!!
Unser Zimmercode 63 61 48
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Mittwoch, 12.5.2004
Nebel - Nebel nichts als Nebel bei der Abfahrt. Wir beschlossen
direkt in den Schwarzwald zu fahren und dort noch eine Runde je nach Wetter zu drehen.
Doch sollte man zuerst aus Mulhouse wieder rausfinden. Eine Irrfahrt,
aber letztendlich kamen wir dann doch noch nach Deutschland zurück. Allerdings mussten wir kurzfristig noch eine Zwangspause einlegen. Christoph schraubte seine Zusatzscheinwerfer ab und
montierte sie nach hinten auf das Gepäck unter das Spannnetz. Sah richtig interessant aus.
Aber dann - der Nebel lichtete sich und wir fuhren herrliche Pässe
rauf und runter, hin und her - es wollte gar nicht mehr aufhören. Die obligatorische Pause auf einem Parkplatz und dann ging es weiter. Genau weiter und dachten wir haben schon alles
erlebt. Aber das Gewitter mit Regenguss und Hagel stellte vieles in den Schatten was wir seitdem erlebt hatten. Es zwang uns zu einer Pause. Danach fuhren wir weiter und im nächsten Tal
war Sonne und die Straße trocken und in der Ferne grollte noch der Donner. Es ging dann über den Feldberg auf dem noch jede Menge Schnee lag - nach Neustadt, entlang der Deutschen
Uhrenstraße über Villingen-Schwenningen nach Donaueschingen.
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Dort fanden wir das Hotel Ochsen, bekamen ein großzügiges Appartement für uns Drei, inkl.
Frühstück für € 90,-. Benutzung von Sauna und Whirlpool inklusive.
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Donnerstag, 13.5.2004
Die Rundreise stand vor ihrem Ende. Es ging dann durch das Donautal über das Lautertal mit
Forelle essen an der Wimsener Höhle, über Upflamör, (das letzte mal herrliche Schlüsselblumen für Wolfgang) Westerheim, Wiesensteig, Kuchen, Eislingen letztendlich nach Esslingen. Ca gegen 19.30 Uhr kamen Wolfgang
und ich hier an. Christoph hatte sich in Eislingen bei Kaffee und Kuchen verabschiedet und fuhr seine letzten km alleine.
KM Stand 15396 - also 3416 km gefahren, nass geworden, gefroren wie junge Hunde, der Hagel hat uns erwischt, aber
- Es war eine wunderschöne Reise, voller Harmonie, Spaß und Gelächter. - Der Torres ist leer getrunken
- Die Karten zerzaust durch Regen und Wind - Wir sind alle gesund und heil wieder angekommen
Und wir werden Wiederholungstäter
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